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Aquaristika unterstützt Jugend forscht... Thema Triops!
   
Tobias Worring (Bild) vom Martin-Butzer-Gymnasium Dierdorf wählte für den Wettbewerb "Jugend forscht 2006" das Thema "Haben Triops einen Ordnungssinn?" Hier seine Arbeit:
 
Die Idee

Von einem Freund hatte ich mir den Kosmos Tierversuchskasten „Triops“ ausgeliehen. Bei meinen Beobachtungen ist mir aufgefallen, dass die Triops in den Kuhlen im Sand ihr Futter aufbewahrten. Dem wollte ich dann näher auf den Grund gehen und habe mich über die fachgerechte Haltung informiert. Dabei hat mir Frau Witte von www.aquaristika.de sehr geholfen.

 

Mein Becken

Mein Becken ist genaustens auf die Lebensbedingungen der Triops angepasst. Als Boden habe ich Vogelsand benutzt, gefiltertes Regenwasser, zur Filterung einen durch Luft betriebenen Schwämmchenfilter, einen Heizstab der die Temperatur im Becken konstant auf 23° hält, eine Abdeckung mit einer Leuchtstoffröhre, eine Wasserpest, Apfelschnecken und Tropische Muscheln zur zusätzlichen Filterung. Dadurch habe ich jedes Mal eine ernorme Größe bei den Triops erreicht und ich brauche das Wasser auch nicht zu wechseln.

Die Versuche

Bei meinem ersten Versuch hatte ich die Triops an einem kalten Ort stehen und die Entwicklung wurde dadurch anscheinend gestört, denn ich erhielt kleine, sesamkornartige, fidele Tierchen. Diese waren äußerst langlebig oder sie vermehrten sich zu schnell, denn der Bestand ließ nicht nach, sodass ich sie später alle wegschütten musste. Außerdem sind sie mir als äußerst schlau vorgekommen, denn wenn sie z. B. von der Wasseroberfläche (wo ich sie gerade gefüttert hatte) wieder an den Grund wollten versammelten sie sich zu 3er Päckchen und sanken so schneller nach unten. Genau wie bei den Triops hatten sie auch diese ,unten weiter beschriebenen, Ordnungssinn, allerdings glaube ich, dass sie diesen nicht zur Hilfe der Nahrungssuche benutzten, sondern um die Toten von der Nahrung zu trennen.
Neben meinen Versuchen versuchte ich auch immer einen sehr großen Triop zu züchten und einer von ihnen hat tatsächlich eine beachtliche Länge von 6cm erreicht, was mir auch nur durch die Optimierung der Bedingungen gelang, wie z. B. 23°, biologisches Gleichgewicht im Becken und die Beigabe von Vitamin C und Magnesium.

Das Ergebnis

Bei den restlichen Untersuchungen mit den Triops habe ich dann herausgefunden, dass die Triops eine Art Ordnungssinn haben. Oder es ist eher ein aus dem Weg räumen. Das heißt, die Triops sind ständig auf Nahrungssuche, dabei graben sie mit ihren Füßchen im Sand herum. Bei diesem Suchen sind ihnen aber kleine Steinchen, tote Triops oder lose Pflanzen im Weg. Also müssen sie weg und am besten an einen Ort, wo definitiv keine Nahrung zu finden ist. Diese Stellen befinden sich meist in der Mitte wie auf dem Foto zu sehen ist.

Die Triops gehen systematisch bei ihrer Nahrungssuche vor. Tag für Tag woanders. Sie fangen dabei immer in der Mitte an und so finden sie heraus, wo sich keine Nahrung befindet, damit sie dort die Gegenstände abliefern können, die ihnen im Weg sind. Um das heraus zu finden, habe ich einen kleinen Versuch gemacht. Ich habe im Becken 6 rote Steinchen positioniert und das kam dabei heraus:

Wie man sieht, wurde am 1. Tag noch nichts gemacht, da sie ja erst herausfinden mussten, wo sich kein Futter befindet. Dann haben sie am 2. Tag, nachdem sie die Sammelstelle herausgefunden hatten, rechts im Becken angefangen. Darauf am 3. Tag haben sie links im Becken gesucht, damit sie am 4. Tag nur noch in der Mitte zu suchen brauchten. Somit entstand eine Sammelstelle, zu der alles gebracht wurde, was im Weg lag. Bei diesem Versuch hatte ich 2 Weibchen und 5 Männchen. Im nächsten Versuch fand ich dann heraus, dass diese Anzahl der Weibchen und Männchen entscheidend für die Ordnung im Becken ist, denn die Weibchen sorgen für Unordnung, weil diese sind nur darauf aus, einen Platz für die Eiablage zu finden und wühlen überall tiefe Löcher in den Sand. Da ich in diesem 2. Versuch nur 2 Männchen und 3 Weibchen hatte, konnte die Ordnung noch die ersten paar Tage beibehalten werden, doch als die Eiablage begann, war diese nicht mehr zu erkennen. Die Weibchen fressen zwar auch, aber sie haben keinen genauen Jagdsinn, sehr wahrscheinlich ist, dass sie sich von den Männchen zeigen lassen wo sich Nahrung befindet.

Weitere Beobachtungen

Man konnte erkennen, dass die Triops die Schnecken als Vorkoster benutzen. Ich habe rote Zuckmückenlarven verfüttert. Darauf hin stürmten ein paar Triops direkt darauf, schwammen aber sofort wieder blitzschnell davon. Dann setzte ich eine Schnecke darauf und die fing sofort an zu fressen und dann kamen alle anderen Triops und fraßen mit, denn nun wussten sie, denn die Schnecke hatte ihnen offensichtlich ein Signal gegeben, dass das Futter ungefährlich ist.

 

Kleine Triops im Becken

Nach ungefähr zwei Wochen nach dem Tod des letzten Triops, bemerkte ich kleine Rillen im Sand. Diese sind meist üblich für Triops, die nach Nahrung suchen. Ich schaute mich im Becken um und entdeckte drei kleine Triops. Der kleinste war gerade mal 1mm groß und der größte ca. 8mm. Also hatten die vorherigen Triops erfolgreich die Eier abgelegt und diese waren nun geschlüpft. Es waren bestimmt auch mehr als nur drei geschlüpft, aber die kleinen Nauplinen sind in dem großen Becken kaum zu sehen, also konnte ich sie nicht füttern, weil ich nicht wusste, dass sie existieren. Diese Fortpflanzung zeugt von optimalen Lebensbedingungen der Triops. Das Wasser, was mittlerweile schon seit Dezember im Becken ist und seitdem nicht mehr gewechselt wurde, ist immer noch wie am ersten Tag und sogar noch besser. Es herrscht ein sehr gutes biologisches Gleichgewicht im Becken. Dadurch auch die enorme Größe der ersten Triops, durch die konstanten 23°, einen PH-Wert von 6,8 und einen NO²- Wert (Nitrit) von 0.

 

Können Triops Farben sehen?

Ich versuchte durch das Füttern auf ein Schälchen mit gelbem Kies herauszufinden, ob die Triops Farben erkennen, weil wenn sie die Farben erkennen werden sie sofort auf sie los schwimmen und wissen das es auf gelbem Untergrund was zu Fressen gibt. Zur Gegenprobe legte ich ein gleiches nur mit rotem Kies hinzu.
Leider interessierte das die Triops überhaupt nicht.


Das perfekte Becken und die Aufzucht

Am besten ist es, wenn man als allererstes ein Becken für die Triops aufstellt, in welches sie einziehen sollen, wenn sie groß sind. Man füllt schon mal Sand hinein, Wasser (nur halbvoll), einige Pflanzen (Wasserpest ist am besten) und schließt auch sofort den Filter an! Das ganze lässt man dann zwei Wochen stehen, damit auch hinterher die Wasserchemie stimmt d. h. PH-Wert optimiert, kein Nitrit usw.! Sehr gut ist es, wenn man sich im Zoohandel einige tropische Muscheln, eine Apfelschnecke oder eine Zebrarennschnecke besorgt und sie mit ins große Becken setzt. Dann stellt sich schneller ein biologisches Gleichgewicht ein. Man sollte nicht vergessen, die Schnecken zu füttern.

Es ist sinnvoll einen Heizstab anzubringen, der das Becken auf konstante 23° hält. Wenn man die Temperatur niedriger einstellt, wachsen die Triops langsamer und sterben später. Stellt man es wärmer ein, dann wachsen sie schneller, sterben aber auch früher.
So, das große Becken läuft und man kann nun die Triops ansetzen. Dazu nimmt man das kleine Becken und füllt es am besten mit gefiltertem Regenwasser. Das kleine Becken stellt man mit Wasser gefüllt in das große Becken (deshalb sollte das große Becken nur halb gefüllt werden, sonst schwimmt das kleine darin und könnte umkippen). Wenn das Regenwasser nun auf die Temperatur des großen Beckens eingependelt ist, kann man einen Triopsansatz hineinschütten.

Am besten besorgt man sich eine Zeitschaltuhr und schließt die Aquarienbeleuchtung daran an und stellt die Zeitschaltuhr so ein, dass Aquarium min. 12 Stunden täglich beleuchtet ist!

Nun heißt es warten! Man darf die ersten 5-6 Tage NUR stiller Beobachter sein. Nicht rütteln, nicht füttern! Man wird sehen, es werden viele Triops schlüpfen und auch einige heranwachsen. Nach 5-6 Tagen kann man dann eine Zahnstocherspitze voll Nauplienfutter geben. Dann wieder 3-4 Tage nichts! Wenn die Kleinen den Rückenstrich (Aalstrich) bekommen, dann gibt man ihnen statt den Nauplienfutter einige Krümelchen vom Aufzuchtfutter.

Wenn die Tierchen etwa 1cm groß sind, kann man einen kleinen Wasserwechsel im Aufzuchtbecken machen. Man wechselt dazu etwa 25% des Aufzuchtwassers gegen temperiertes frisches gefiltertes Regenwasser.

Langsam wird`s eng, oder? Na gut, es wird Zeit, die Kleinen ans große Becken zu gewöhnen. Man tauscht nun 3 Tage lang jeden Tag etwas mehr Aufzuchtwasser mit Wasser aus dem großen Becken. Am 4. Tag kann man die Kleinen schwimmen lassen. Bevor man das Wasser aus dem großen Becken nutzt, misst man unbedingt den Nitritgehalt. Erst wenn die Lösung hellgelb bleibt, also kein Nitrit nachweisbar ist, sollte man die Tierchen ins große Becken entlassen.