Apfelschnecken
 

Systematik:

Stamm: Mollusca Weichtiere
Klasse: Gastropoda Schnecken
Unterklasse: Prosobranchia Vorderkiemer
Ordnung: Mesogastropoda
Familie: Ampullariidae
Gattung: Pomacea / Marisa /Asolene
Arten: Pomacea bridgesii
  Marisa cornuarietis
  Asolene spixi
   
Es existieren noch unzählige weiter Apfelschneckenarten, die sich jedoch alle mehr oder weniger ähnlich sehen.
Ehemals waren Schnecken im Aquarium eher unliebsame Bewohner, denen man mit allerlei Mittelchen zu Leibe rückte. Gottlob haben sich die Zeiten geändert und viele Aquarianer sehen in Schnecken einen wertvollen und wichtigen Teil eines Biotopes.
 
Besonders die Apfelschnecke wird immer beliebter. Sie stammt aus Südamerika und bewohnt dort stehende Gewässer wie Teiche, Tümpel und Sümpfe. Da die meisten dieser Gewässer sehr sauerstoffarm sind, ist die Pomacea mit einem Kiemen/Lungensystem ausgestattet, das ihr das Überleben durch Sauerstoffaufnahme aus der Luft ermöglicht. Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist der ausstülpbare Atemsiphon, der der Schnecke erlaubt, während des Atmens weit unter der Wasseroberfläche und somit außer Reichweite von lauernden Freßfeinden zu bleiben.

Ehemals nur als wildfarbene gestreifte oder gelbe Variante zu haben, gibt es sie heute in vielen Farbvariationen von blau bis zu rosa. Alle Farbvariationen gehören jedoch derselben Art an und pflanzen sich untereinander fort. So kann es zu Mischfarben (z.B. grüne Pomacea) kommen. Unabhängig von der Farbe erreichen Apfelschnecken ausgwachsen eine Größe von bis zu 7 cm Durchmesser. Deshalb sollte nur eine Schnecke pro 10 Liter Wasser gehalten werden.

Pomaceas sind getrenntgeschlechtlich. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Erst bei der Paarung kann man die Geschlechter erkennen. Das Männchen kriecht dabei auf das Gehäuse des Weibchens, um seinen Peniskomplex unter dem vorderen Gehäuserand des Weibchens einzuführen. Eine Paarung dauert oft mehrere Stunden und kann daher leicht beobachtet werden. Etwa 2 Wochen nach der Paarung verlässt das Weibchen meist nachts das Wasser, um oberhalb des Wasserspiegels einen Gelegeballen aus 30-200 Eiern abzugeben. Da diese leicht zu entdecken und zu entfernen sind, kann die Pomacea nicht zur Plage im Aquarium werden.

Bei ausreichender Wärme und Luftfeuchtigkeit entwickeln sich in den Eiern Jungschnecken, die nach etwa 14 Tagen meist nachts und immer gleichzeitig schlüpfen. Die kleinen Schnecken lassen sich nach dem Schlupf einfach ins Wasser fallen. Von Anfang sind die Jungtiere auf sich gestellt.


Schnecken allgemein sagt man oft nach, dass sie extreme Pflanzenschädlinge sind. Dies trifft auf die Pomacea bridgesii jedoch nicht zu. Eine Pomacea verhungert eher, bevor sie sich an intakten Pflanzen vergreift. Dies liegt an der sehr weichen Raspelzunge (Radula) dieser Schneckenart, die ihr das Abraspeln von lebenden Pflanzenteilen nicht ermöglicht. Lediglich Wasserlinsen können aufgrund ihrer feinen Struktur und geringen Größe aufgenommen werden. Im Aquarium müssen Pomaceas zwingend zugefüttert werden, da sie sonst verhungern.
Der Speiseplan einer Apfelschnecke ist sehr vielfältig, von handelsüblichem Fischfutter bis zu (mit heissem Wasser überbrühtem) Gemüse wird alles gerne genommen. Nebenbei entsorgt diese farbenfrohe Schneckenart auch noch unbemerkte tote Tiere und abgestorbene Pflanzen. So trägt sie nicht unerheblich zur Verbesserung der Wasserqualität bei.
   
Die Zebra-Apfelschnecke Asolene spixi erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit. Auch sie frißt keine lebenden Pflanzen und muss daher im Aquarium zugefüttert werden. Die mit maximal 4-5 cm kleinere Asolene spixi ist ebenfalls getrenntgeschlechtlich, legt aber gallertartige Gelegeballen im Wasser ab. Häufig kann bei dieser Apfelschneckenart das Eingraben und dauerhafte Verweilen im Bodengrund beobachtet werden. Paarungsversuche zwischen Asolene und Pomacea konnten beobachtet werden, es kam jedoch nie zu Hybriden.
   

Die Paradiesschnecke Marisa cornuarietis ist an ihrem flachen Gehäuse mit den charakteristischen Streifen leicht zu erkennen. Seltener ist eine goldfarbene Farbvariante. Marisas sollten nicht in liebevoll bepflanzte Aquarien gesetzt werden, da ihre Radula recht hart ist und sie sich daher zu wahren Rasenmähern entwickeln können. Diese Eigenschaft kann man sich aber auch zunutze machen, indem man die Tiere bewußt in Garnelenbecken einsetzt, die mit schnellwüchsigen feinfiedrigen Pflanzen bepflanzt sind.

Die Schnecken halten das rasante Pflanzenwachstum in Grenzen und Gärtnern wird somit überflüssig. Junge Garnelen, die beim Gärtnern übersehen und entfernt werden könnten, werden geschont. Marisas sind sehr produktiv und können sich bei gutem Futterangebot schnell vermehren. Die geleeartigen Eiballen werden an Pflanzen geklebt und sind sehr auffällig. Sie können leicht entfernt werden.